Standort

Die Stadt Dessau kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken - 1213 erstmalig urkundlich erwähnt, entwickelte sie sich besonders im Verlaufe des 16. Jahrhunderts zum geachteten Handelsplatz und zur Residenzstadt des askanischen Fürstenhauses. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert erlangte Dessau als geistige Hochburg der deutschen und europäischen Kultur („Dessau-Wörlitzer-Kulturkreis“) eine besondere Ausstrahlungskraft. Unter der aufgeklärten Regierung von Fürst Leopold III. Friedrich Franz erfuhr die vom Pädagogen Johann Bernhard von Basedow initiierte Reformbewegung des deutschen Schulwesens (Philanthropismus) entscheidende Impulse.

Mit Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff wurde in und um Dessau der klassizistische Baustil begründet. Es entstanden eine Vielzahl von Schlössern und Parkanlagen von hoher kunsthistorischer Bedeutung, wie die Schlösser von Mosigkau, Georgium, Luisium, Oranienbaum. Der vielgestaltige Wörlitzer Landschaftspark mit seinen seltenen Gewächsen, Schlössern, Tempel, Brücken, Seen und Kanälen gilt als Höhepunkt des „Dessau-Wörlitzer-Gartenreiches“.
Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr die Stadt einen großen industriellen Aufschwung. Dessau wurde ein Zentrum der Forschung, Technik aber auch der Kultur. Namen wie Wilhelm Müller, Wilhelm Oechelhaeuser (Unternehmer), Samuel Heinrich Schwabe (Naturforscher und Astronom), Gottfried Polysius (Unternehmer), Professor Hugo Junkers, Kurt Weill u.v.a.m. sind eng mit dieser Entwicklung verbunden.

1925 wurde Dessau Sitz des Bauhauses, Hochschule für Gestaltung, die 1919 gegründet, aus Weimar vertrieben worden war. Unter Leitung von Walter Gropius entstand hier das weltberühmte Bauhausgebäude, das bis heute als Wiege der modernen Design- und Architekturlehre des 20. Jahrhunderts gilt. Das Bauhaus Dessau wurde Wirkungsstätte bedeutender Architekten, wie Ludwig Mies van der Rohe, Hannes Meyer, Marcel Breuer, Carl Fieger, Ludwig Hilberseimer, Mart Stam sowie bildender Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, Josef Albers oder Lazlo Moholy-Nagy.
1933 wurde die weltbekannte Institution von den nationalsozialistischen Machthabern geschlossen.

Mit Gründung der Hochschule Anhalt im Jahre 1991 wurde Dessau wieder Hochschulstandort. Am 02. April 1992 nahmen die ersten 30 Studenten ihr Studium auf. Heute studieren und lehren in Dessau mehr als 1100 Studenten und rund 60 Professoren. Sie sind im Bauhaus und in benachbarten Gebäuden untergebracht. In den letzten Jahren entstanden auf dem Hochschulcampus zwischen Hauptbahnhof und dem historischen Bauhaus zahlreiche Neubauten, so dass heute ein moderner und attraktiver Hochschulstandort zur Verfügung steht.

Die Ausbildung wird in allen Studiengängen von großer Praxisnähe geprägt, die unmittelbare Nachbarschaft zum Bauhausgebäude, das 1996 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde, stellt hierbei eine beständige Herausforderung an die Qualität von Lehre und Forschung dar.