Bachelorarbeit im Studiengang Facility Management

„Facility Management im europäischen Ausland - unter besonderer Berücksichtigung des Facility Service Marktes“

Bearbeiterin: Johanna Weber
Betreuer: Prof. Jens Nävy

Sommersemester 2011

Facility Management ist Bestandteil der Wirtschaft und gewinnt zunehmend an Stärke. Besonders nach der Immobilienkrise im Jahr 2008/2009 ist das Interesse an nachhaltigen Strategien rund um die Immobilie gewachsen. „Die Immobilie wird als strategische Ressource betrachtet und das Potenzial des FM zur nachhaltigen Wettbewerbssteigerung stärker wahrgenommen.“ Aus diesem Grund wird in dieser Ausarbeitung umfassend auf den FM- Markt eingegangen. Dieser wird in ausgewählten europäischen Ländern untersucht und eine Bewertung der Märkte durchgeführt.

Die Idee für das Thema dieser Ausarbeitung wurde durch Drees & Sommer Facility Management Consulting, ein national und international tätiges Projektmanagement- und Immobilienberatungsunternehmen initiiert.

Das Expertenteam Drees & Sommer Facility Management Consulting erhielt durch einen Immobilieninvestor den Auftrag, eine europaweite Ausschreibung für Facility Management und Property Management Leistungen zu begleiten. Um diese Aufgabe professionell und effektiv auszuführen, musste im Vorfeld eine Recherche durchgeführt werden, in welcher verschiedene Unternehmen auf den zuvor definierten Leistungsumfang hin untersucht wurden. In diesem Zusammenhang kam die Frage auf, wie das Facility Management im europäischen Ausland aufgestellt ist und welcher Markt in Zukunft an Volumen gewinnen könnte. Die Antwort auf diese Fragestellung soll diese Ausarbeitung geben.

Die ausgewählten Länder Belgien/ Luxemburg, Italien, Norwegen, Schweden und Finnland, sollen hinsichtlich der Wirtschaftsstrukturen und des Vordringens des Facility Managements untersucht und miteinander verglichen werden.

Mit Hilfe eines Bewertungssystems sollen die Länder nach allgemeinwirtschaftlichen Punkten, Grundlagen und Normen des Facility Managements und vorhandenen Facility Management Unternehmen untersucht werden. Das entwickelte Bewertungssystem soll verschiedene Aussagen zu den oben genannten Fakten geben und eine Möglichkeit sein, diese zu bewerten und international vergleichen zu können.

Nach der Untersuchung und der Bewertung lässt sich der europäische FM- Markt klar weiderspiegeln. Grundsätzlich ist hier ein Nord- Süd- Gefälle zu erkennen.  Demnach teilt sich der Kontinent in entwickelte und aufstrebende Länder auf. Die aufstrebenden Märkte, die noch nicht voll ausgebildet sind, befinden sich vorwiegend in Osteuropa. Während in der südwesteuropäischen Region vermehrt die Märkte mit einer positiven Entwicklung vertreten sind. Dieser Markt ist stark geprägt durch Großunternehmen und die Ausgliederung verschiedener Subunternehmer aus einem Mutterkonzern. Die größten und wichtigsten Märkte in Europa sind nach wie vor England, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Diese Fünf nehmen 64% des gesamten Marktvolumens von Europa ein. Bei der Betrachtung des Marktvolumens der FM- Leistungen in Europa wird deutlich, dass die anderen Länder durch ihre unterschiedliche Marktreife geringe Umsätze erwirtschaften. Zum Kundenkreis ist zu sagen, dass in ganz Europa die größte Nachfrage im Bereich der öffentlichen Hand und des Gesundheitswesens liegt und hier auch die besten Umsätze erzielt werden.

Generell gestaltet sich der FM- Markt in Europa sehr positiv und ist fester Bestandteil der Wirtschaft. Aufgrund regionaler Abweichungen, sind Unterschiede in der Entwicklung und der Professionalisierung der einzelnen Märkte zu erkennen.

Während der letzten Jahre versuchten immer mehr Firmen verschiedene FM- Leistungen anzubieten oder ihr Leistungsportfolio zu erweitern. Es findet ein Wachstum an Nischenmärkten für spezialisierte Unternehmen statt. Diese Unternehmen sind beispielsweise Softwareunternehmen, die eine Professionalisierung des Marktes verfolgen. Durch den Aufkauf und die Zusammenlegung verschiedener Unternehmen entsteht eine Konzentration auf wenige, aber starke Unternehmen, die wiederum Anbieter einzelner FM- Dienstleistungen als Subunternehmen einsetzen. Dieser Vorgang wird auf dem Markt wahrscheinlich langfristig zu wenigen sehr großen Komplettanbietern und vielen kleinen spezialisierten Unternehmen führen. Des Weiteren findet eine Professionalisierung des Marktes durch die geforderte  Konzentration und die Nähe zum Kernprozess statt.

Die Branche wird sich außerdem immer mehr international ausrichten. Durch die wirtschaftliche Globalisierung findet man immer mehr Unternehmen an unterschiedlichen Standorten, Großkonzerne und multinational arbeitende Unternehmen sind die Folge.