FM-Exkursion nach Dresden im Juli 2010

Thomas Gottschlich informiert über FM in kunsthistorischen Gebäuden

FM-Exkursion nach Dresden im Juli 2010

Studenten des Bachelorstudienganges Facility Management (FM) und des Masterstudienganges Facility- und Immobilienmanagement (FIM) fuhren in Begleitung der Professoren Nävy, Möller und Worbes nach Dresden, um einen Einblick in die Bewirtschaftung von Produktionsstätten, kulturhistorischen Gebäuden und Beförderungsanlagen zu bekommen sowie mit FM-Fachkräften zu sprechen.

In der Gläsernen Manufaktur wird seit 2001 das Oberklassefahrzeug „Phaeton“ von Volkswagen produziert. Die Produktionshalle im Dresdener Stadtzentrum wurde vom Büro Henn Architekten entworfen. Auf 55.000 m2 werden täglich 35 PKW von circa 400 Angestellten gefertigt. Ein Phaeton ist nach fünf Tagen abholbereit. In der Gläsernen Manufaktur existieren keine typischen FM-Strukturen, es wurden eigene Strukturen geschaffen, die ausgezeichnet funktionieren; Sekundärprozesse wurden ausgegliedert; 400 Dienstleister kommen zum Einsatz. Herr Eichler, Leiter der FM-Abteilung wird von einem Haustechniker und einem Sachbearbeiter unterstützt. Durch die Glasfassade der Manufaktur wird sichtbar, was anderswo im Verborgenen bleibt. Eine Person ist ein Jahr lang täglich beschäftigt, um die 26.700 Quadratmeter Glasfläche einmal zu reinigen.

Nicht nur architektonisch sondern auch im Betrieb ist die zweite Station besonders. Die Dresdner Frauenkirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und ab 1994 rekonstruiert. Beteiligt war das Architektenteam um Thomas Gottschlich, heute Leiter des Gebäudemanagements der Frauenkirche. Beim Wiederaufbau wurde auf Funktionalität und Wirtschaftlichkeit geachtet. Neben Dienstleisterverträgen und der aufwendigen Reinigung des kulturhistorischen Gebäudes, deckt der technische Bereich den größten Teil des FM in der Frauenkirche ab. Bedingt durch den Tourismusbetrieb (5.000 Besucher täglich) werden die Instandsetzungsarbeiten nachts durchgeführt, zusätzlich wird das Gebäude für eine Woche im Jahr geschlossen. Maßnahmen zum günstigen Betrieb, wie der Einsatz von 500 Leuchtdioden, werden fortlaufend entwickelt.

Die Festung Königstein, das dritte Exkursionsziel ist eine der größten Bergfestungen in Europa. In über 750 Jahren ist hier ein Ensemble aus Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts entstanden. Ein Aufzug ist die Anbindung des Ausflugsziels in 360 Metern Höhe über N.N. an eine 42 Meter tiefer gelegene Parkplatzebene. Prof. Worbes erläuterte, dass aufgrund des historischen Umfeldes die baulichen Mittel auf ein Minimum reduziert wurden. Am Schachtgerüst, bestehend aus zwei Tragrohren, wird die gesamte Aufzugstechnik geführt. Der Wegfall der Schachtfassaden sowie die geringe konstruktive Querschnitte führten zu einer kostengünstigen Realisierung. Für den Besucher entsteht eine maximale Transparenz und ermöglicht die Blicke einerseits auf den Verlauf der Mauern und andererseits auf die umliegende Landschaft.

Am Ende des Tages traten die Studenten, ein wenig durchgefroren, aber dennoch mit einer ganzen Menge mehr an Fachwissen ihre Heimfahrt an.