Studenten der Hochschule Anhalt in Nepal

Seit Ende November sind die ersten Teilnehmer des 17-köpfigen Teams des Nepali-Projektes in Nepal und beginnen mit den Vorbereitungen für den Bau des Gemeindezentrums. Jenny Meyer, Studentin des 5. Semesters Architektur, wurde zum Projekt befragt. Seit 2013 ist sie dabei.

Was hat dich dazu gebracht mitzumachen?
Im ersten Semester hat unser Professor Dr. Dießenbacher uns von dem Vorgängerprojekt in Guatemala erzählt, bei dem eine Krankenstation in Chocruz errichtet wurde. Seitdem ich das erste Mal davon gehört habe war, ich fasziniert von der Idee, die eigene Profession mit sozialem Engagement zu verbinden.

Was treibt dich dabei heute noch an?
Die Idee dahinter, einigen Kindern in Nepal einen besseren Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Das ist zwar sicherlich nur ein kleiner Beitrag, der keine grundlegenden Veränderungen im nepalesischen Bildungssystem mit sich führt, dennoch hoffen wir aber im Kleinen etwas zu verändern, damit sich diese Idee ausbreitet.

Welche Ziele hast Du persönlich und Ihr als Gruppe?

Mir persönlich ist es wichtig, dass es kein Aufzwingen unserer Vorstellung, sondern ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Nepal und Deutschland ist. Nachhaltigkeit ist mir, sowie der gesamten Gruppe, sehr wichtig. Das bedeutet, dass das Schulgebäude solide gebaut wird und dass es auch von Schülern und Lehrern genutzt wird. Im bisherigen Prozess haben wir die nötigen Schritte dafür gemacht. Außerdem ist es eine unglaubliche Erfahrung die wir machen dürfen. Bereits im Studium ein Projekt von Anfang bis Ende zu planen und auch selbst durchzuführen. Wir lernen dadurch wahnsinnig viel über uns selbst, das Land und unser Fachgebiet.

Wie kommt Euer Projekt vor Ort an? Wie werdet ihr vor Ort unterstützt?

Im November flog die erste Gruppe nach Nepal und beginnt dort mit dem Bau des Schulgebäudes. Wir stehen in ständiger Verbindung mit einem Bauteam vor Ort, welches hauptsächlich aus Lehren der Schule besteht, die den Bau auf jeden Fall tatkräftig unterstützen. Auch die Schüler dort wollen uns bei dem Bau behilflich sein.

Wie gut lässt sich das Projekt mit dem Studium vereinen?

Das ist eine gute Frage. Zeitweise war es ganz schön stressig und es ist nur möglich, weil wir so ein großes Team sind, bei dem man die Leute durchwechseln kann. Teilweise würde ich sagen, musste ich wegen des Projektes mein Studium vernachlässigen. Aber ich kann mir zum Glück auch Einiges für das Studium anrechnen lassen. Die Bauphase in Nepal zum Beispiel ist mein Praktikum.

Das Interview führte Christian Morawe.

In vielen Ländern der Welt gibt es infrastrukturell schwach erschlossene Gebiete, in denen die Menschen Hilfe benötigen. Seit 2007 realisiert die Hochschule Anhalt Projekte in Entwicklungsländern, um dieses Regionen zu unterstützen.

Das Nepali-Projekt-Team entwirft, plant und baut selbstständig ein Gemeindezentrum für die Shree Jagadamba Higher Secondary School in Nepal. Das Gebäude wird für die mehr als 1.200 Schüler aus dem Ort Thakurdwara errichtet. Ziel ist es, diesen Schülern einen Raum zum Lernen zu bieten. Neben theoretischem Unterricht und Selbststudium werden auch praktische Fähigkeiten wie Tischlern, Maurern und andere ortstypische Ausbildungsberufe vermittelt.

Kontakt
Prof. Dr. Claus Dießenbacher
0340 5197 1521
c.diessenbacher@afg.hs-anhalt.de